Steuerliche Maßnahmen

Das Bundesministerium für Finanzen hat zahlreiche steuerpolitische Maßnahmen angekündigt, um die kurzfristige Liquidität bei Unternehmen zu verbessern. Hierzu gehören die Möglichkeiten zur Stundung von Steuerzahlungen, zur Senkung von Vorauszahlungen und zur teilweisen Aussetzung der Vollstreckung. Die Details und Möglichkeiten der Liquiditätsverbesserung finden Sie hier.

Wesentliche Aspekte:

  • Für fällige oder fällig werdende Steuerbeträge kann eine Stundung beantragt werden. Auf Stundungszinsen soll verzichtet werden
  • Anträge auf Anpassung der Vorauszahlungen können vereinfacht gestellt werden
  • Vollstreckungsmaßnahmen von allen fälligen Steuern können ausgesetzt werden

So unterstützen wir Unternehmen bei der kurzfristigen Cash-Flow-Verbesserung:

  1. Verringerung der Steuerlast
  2. Verschiebung von Steuerzahlungen
  3. Vorzeitige Steuererstattungen
  4. Erhöhung der Steuererstattungen

Die steuerlichen Erleichterungen stehen allen Steuerpflichtigen offen, die nachweislich unmittelbar und nicht unerheblich von dem Corona-Virus betroffen sind. Die Maßnahmen sollen die Liquidität durch Verschiebung von Steuerzahlungen schonen bzw. durch vorzeitige Steuererstattungen/-herabsetzungen verbessern.

Für Stundungen und Steuererstattungen von bis zum 31. Dezember 2020 fällige Steuern werden keine hohen Anforderungen an die Beweislast einer Krise durch den Corona-Virus gestellt. Sollen Steuerzahlungen über das Jahr 2020 hinaus gestundet werden, sind genauere Gründe zu nennen.

Sofern die vorgenannten Voraussetzungen erfüllt sind, bietet die Finanzverwaltung in Abstimmung mit den Ländern folgende steuerliche Unterstützung an:

Die Beantragung von Stundungen wird erleichtert. Ohne weitere Nachweise und auf schriftlichen Antrag sollen Stundungen für fällige oder fällig werdende Einkommen-, Körperschaft-, Gewerbe- und Umsatzsteuer gewährt werden. Auf Stundungszinsen soll in der Regel verzichtet werden. Lohnsteuer ist derzeit nicht stundungsfähig. Der schriftliche Antrag ist formlos möglich. Viele Länder bieten Vordrucke auf ihren Internetseiten an (bspw. FinVerw NRW siehe Link unten).

Ferner können Steuer-Vorauszahlungen leichter herabgesetzt werden. Soweit die Einkünfte in 2020 niedriger als erwartet ausfallen, kann ein Antrag auf Herabsetzung von Steuervorauszahlungen für 2020 gestellt werden.

Bis zum 31. Dezember 2020 soll auf Vollstreckungsmaßnahmen (z. B. Kontopfändungen, Säumniszuschläge) verzichtet werden, sofern der Steuerpflichtige seine verschlechterte Situation gegenüber der Finanzverwaltung schriftlich mitteilt.

Immer mehr Länder (u. a. NRW)  setzen auf Antrag zusätzlich die Sondervorauszahlungen für Dauerfristverlängerungen bei der Umsatzsteuer für krisenbetroffene Unternehmen auf null herab. Die Erstattung der Sondervorauszahlung hat dabei keinen Einfluss auf die gewährte Dauerfristverlängerung.

Abschließend möchten wir noch einmal darauf hinweisen, dass die Finanzverwaltung die vorgenannten Maßnahmen ausschließlich Steuerpflichtigen gewähren möchte, die durch die aktuelle Lage wirtschaftlich in Schwierigkeiten geraten sind. Unternehmen, die nicht explizit von den Auswirkungen des Corona-Virus betroffen sind, sollen die Maßnahmen nicht zur Verfügung stehen. Bitte beachten Sie insbesondere, dass unrichtige Angaben als Steuerverkürzung gewertet werden können und dies strafrechtliche Folgen haben kann. Vor diesem Hintergrund empfehlen wir zwingend vor Antragstellung eine genaue Prüfung, ob die vorgenannten Voraussetzungen zur Stundung bzw. Herabsetzung von Steuern gegeben sind.

Weitere Möglichkeiten der Cash-Flow-Verbesserungen:

Neben der Anpassung von vierteljährlichen Steuer-Vorauszahlungen und der Stundung von Steuerzahlungen sind auch weitere Maßnahmen zur Optimierung möglich. Neben der Reduzierung von Bemessungsgrundlagen kann beispielsweise auch die Umstellung des Wirtschaftsjahres, die Änderung des Umsatzsteuer-Voranmeldungszeitraums oder die Nutzung von Verlusten oder steuerlichen Wahlrechten zu einer besseren finanziellen Situation führen.

Gerne beraten wir Sie zu Ihren individuellen steuerlichen Möglichkeiten.

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